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1990s
Kicks, Rough Trade, 2009
Oha, die Neunziger. Inzwischen gibt es ja auch schon Neunziger-Partys, sodass wir in den Achtzigern Geborenen uns schon für alt halten müssen. Zum Glück gibt es da noch die 1990s aus Glasgow, die zwar z.T. bald gar vier Jahrzehnte auf dem Buckel haben, auf ihrem zweiten Album "Kicks" aber derart ungehemmt übers Mädchen-Aufreißen fabulieren, dass man sich selbst noch nicht zum alten Eisen zählen muss. Die drei smarten Schotten der Quasi-Geschwisterband von Franz Ferdinand (wegen gemeinsamer Wurzeln in der Band The Yummy Fur) gehen auf "Kicks" mit schnodderigem Witz zur Sache und agieren druckvoll und spielfreudig. Dank zahlreicher Modeinflüsse klingt ihr spaßiger Indiepop mehr nach den 70ern als nach den 90ern, und die charismatische Stimme von Frontmann Jackie McKeown trägt ihr übriges zum Gelingen dieser rundum unprätentiösen Platte bei. Und zwischendurch ziehen die 1990s dann noch sowohl die RAF (sic!) als auch Scientology durch den Kakao. Um hier mal das allernaheliegendste Wortspiel zu bemühen: das kickt, in der Tat.
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